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Schlechte Nachricht für Microentrepreneure - Sozialabgaben steigen wieder!

Jeder, der seit Anfang diesen Jahres eine Microentreprise gegründet hat, konnte davon ausgehen,  drei Jahre lang von ermäßigten Sozialabgaben zu profitieren.  Und zwar dank des sogenannten "Dispositif ACRE".

 

Diese Massnahme kostet den Staat aber offenbar 1,4 Milliarden Euro - nur  800 Millionen Euro waren geplant. Und so rudert die Regierung nun zurück.

 

Ab Januar 2020 soll für Neugründungen die Ermäßigung deutlich niedriger ausfallen, nur unter bestimmten Bedingungen gewährt werden und nur noch für ein Jahr gelten. Bereits bestehende Unternehmen profitieren zwar weiterhin vom ACRE, aber die Sozialabgaben steigen an.

 

Hier eine Übersicht darüber, was heute bekannt ist.

 

Wer profitiert vom "Dispositif ACRE" ab 2020?

 

Für neue Microentrepreneure gibt es ACRE ab 2020 nur noch, wenn man zu folgenden Personenkreisen gehört:

  • Empfänger von Arbeitslosengeld
  • als arbeitssuchend bei Pôle Emploi für mindesten 6 innerhalb der letzten 18 Monate registriert
  • Empfänger von staatlicher Unterstützung wie RSA, ASS o. ä.
  • 18- bis 25-Jährige 
  • Behinderte unter 29 Jahren, die kein Arbeitslosengeld beziehen
  • Mitarbeiter und Exmitarbeiter von Firmen, die in Konkurs gehen
  • Bewohner von bestimmten Stadtbezirken ("QPPV")
  • Bezieher einer "Prestation partagée d'éducation d'enfant"

Wie hoch ist die Ermäßigung?

 

Für Neugründungen ab Januar 2020 gilt die Ermäßigung der Sozialabgaben nur noch für ein Jahr und beträgt 50 %.

 

Daraus ergeben sich folgende Prozentsätze im 1. Jahr (in Klammern die Sätze ab dem 2. Geschäftsjahr):

  • Achat-Vente:
  • 6,4 % (12,8 %)
  • Prestations services commerciales, artisanales (BIC):
  • 11 % (22 %)
  • Autres prestations services (BNC):
  • 11 % (22 %)
  • Activités libérales (CIPAV):
  • 11 % (22 %)
  • Activités location meublés, tourisme classé:
  • 3 % (6 %).

 

Für 2019 oder vorher gegründete Microentreprise gilt die Ermäßigung zwar weiterhin 3 Jahre lang, allerdings erhöhen sich auch hier die Prozentsätze

(1., 2. und 3. Jahr, in Klammern ab dem 4. Geschäftsjahr):

  • Achat-Vente:
  • 3,2 % -  9,6 %  - 11,6 %  (12,8 %)
  • Prestations services commerciales, artisanales (BIC):
  • 5,5 % -16,5 % - 19,8 %  (22 %)
  • Autres prestations services (BNC):
  • 5,5 % - 16,5 % - 19,8 % (22 %)
  • Activités libérales (CIPAV): 
  • 5,5 % - 16,5 % - 19,8 % (22 %)
  • Activités location meublés, tourisme classé: 
  • 1,5 % -  4,5 % - 5,4 %(6 %).

Empfehlungen

 

Wer bereits Microentrepreneur ist, kann nicht viel mehr tun, als seine Planung anzupassen. Unter Umständen kann eine Preiserhöhung notwendig sein, um die kurzfristig erhöhten Sozialabgaben abzufangen.

 

Wer die Gründung einer Microentreprise für 2020 plant, sollte abwägen, ob eine Registrierung noch in diesem Jahr möglich ist. Viele Neugründer werden ab 2020 gar nicht mehr von den Ermäßigungen profitieren können, andere nur im 1. Jahr.

 

Normalerweise wäre die Gründung einer Microentreprise im Dezember nicht zu empfehlen, da neugegründete Unternehmen nur im 1. Kalenderjahr von der CFE - Cotisation Foncière des Entreprises - (Was ist das?) befreit sind. Hier müssen die Vor- und Nachteile anhand des zu erwartenden Umsatzes abgewogen werden.

 

Wie diese neuen Maßnahmen letztlich umgesetzt werden, steht bisher noch nicht fest. Vermutlich wird es wieder wie vor 2019 ein Antragsformular geben, das Neugründer ihrer Registrierung beilegen müssen.

 

Quelle: Fédération Nationale des autoentrepreneurs & Microentrepreneurs , Stand 07/12/2019

 

Dieser Artikel gibt nur eine Übersicht über das Thema und stellt keine Rechtsberatung dar. Änderungen sind kurzfristig möglich.

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