· 

Corona - Überblick finanzielle Hilfen für Selbständige in Frankreich

Update 25.05.2020 

 

Die Coronakrise trifft Selbständige auch in Frankreich besonders hart.

 

Viele können ihre Arbeit nicht ins Homeoffice verlegen, müssen sich um zu Hause bleibende Kinder kümmern oder üben Tätigkeiten aus, die leider zur Zeit verboten sind.

 

Der französische Staat stellt für Betroffene finanzielle Unterstützung bereit.

 

Dieser Artikel gibt eine Übersicht über die Situation und wird regelmäßig aktualisiert. Die einzelnen Regionen und Départments haben ebenfalls Unterstützung zugesagt, Informationen darüber finden sich auf deren Webseiten.

Tagegeld (Indemnités journalières)

Eltern, die nicht arbeiten können, weil sie ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, können ein Tagegeld beantragen.

 

Dies gilt auch für Menschen, die aufgrund einer Krankheit zu den besonderen Risikogruppen gehören und deshalb ihrer Arbeit nicht nachgehen können.

 

Der Antrag wird vom Arbeitgeber gestellt, Selbständige, wie Microentrepreneure stellen ihn selber.  Die normalerweise üblichen Wartezeiten und Einschränkungen entfallen in diesem Fall.

 

Dafür hat die CPAM eine eigene Plattform online gestellt: declare.ameli.fr

 

Sozialabgaben

Unternehmen, die durch die Krise in Schwierigkeiten geraten sind, zahlen im März, April, Mai und Juni 2020 zunächst keine Sozialabgaben. 

 

Am 24/05/2020 wurde bekanntgegeben, dass der Arbeitgeberanteil allen kleinen und mittleren Betrieben erlassen wird, die per Dekret geschlossen waren. Dies betrifft Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern im Tourismus, im Hotel- und Gastgewerbe und in der Kultur. Außerdem Kleinbetriebe mit bis zu 10 Mitarbeitern wie Friseure.

 

Für alle anderen wird die Zahlung über 36 Monate gestaffelt. Im Gespräch ist aber auch ein Erlass der Sozialabgaben für alle Betriebe, die endgültige Entscheidung steht noch aus.

 

Microentrepreneure finden in diesem Artikel Informationen, was zu tun ist.

 

Aufschub der Steuerzahlungen

Unternehmen, die Steuern wie die Cotisation foncière entreprises monatlich zahlen, können unkompliziert unkompliziert in ihrem Espace professionnel  auf der Seite der französischen Finanzbehörde die Höhe der Steuern anpassen.

 

Für andere Gewerbesteuern gibt es ein Antragsformular, das ausgefüllt per Mail an das zuständige Finanzamt geschickt wird.

 

Miete, Energie- und Wasserkosten für Geschäftsräume

Diese Möglichkeit gibt es nur für Unternehmer, die Geschäftsräume nutzen, egal ob sie gemietet sind oder Eigentum. Voraussetzung ist außerdem, dass ein gewerblicher Vertrag mit dem Energieversorger oder Vermieter  abgeschlossen wurde. Viele Microentrepreneure, die z. B. von zu Hause aus arbeiten oder ein Chambre d'Hôtes betreiben, profitieren leider nicht davon.

 

Auf Antrag beim Energie- oder Wasserversorger und Vermieter kann die Zahlung aufgeschoben werden. 

 

Dieser Antrag kann per Post oder Mail direkt an die Versorger oder Vermieter geschickt werden ("demande de report à l’amiable")

Bankkredit

Wer dringend Geld zur sofortigen Verfügung benötigt, kann eventuell von erleichterten Krediten profitieren. Der Antrag wird bei der Hausbank gestellt, dann bei der BPI France eingereicht, diese Bank übernimmt eine Garantie.

 

Einzelheiten habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.

 

Staatliche Soforthilfe von bis zu 1500 €

Frankreich hat einen Fonds de solidarité eingerichtet, der bis zu 1500 € pro Monat an Unternehmer zahlt, die finanzielle Schwierigkeiten aufgrund der Krise haben.

 

Der Fonds de solidarité  steht für März, April, Mai und Juni 2020 zur Verfügung. AbJuli 2020 profitieren nur noch Betriebe aus besonders betroffenen Branchen, z. B. dem Tourismus.

 

Darüberhinaus stellen die einzelnen Regionen eine weitere Hilfe von bis zu 5000 € zur Verfügung.

 

Das, was bisher bekannt ist, habe ich in diesem Blogartikel zusammengefasst.

 

Fonds d'action sociale

Unternehmen, die in Schwierigkeiten geraten sind, aber nicht von den oben beschriebenen Hilfen profitieren, können einen Antrag auf finanzielle Unterstützung durch den Fonds d'action sociale stellen.

 

Nähere Informationen in diesem Blogartikel.

 

Sonderzahlung der Rentenversicherung

Für Ende April 2020 ist eine Sonderzahlung für alle Artisans/Commercants angekündigt, die sogenannte CPSTI RCI Covid-19.

 

Diese Hilfe beträgt bis zu 1250 € und wird automatisch von der zuständigen Urssaf an alle Berechtigten ausgezahlt, ein Antrag ist nicht notwendig.

 

Berechtigt ist jeder, dessen Unternehmen vor dem 1. Januar 2019 existierte und der in die Rentenkasse "Régime complémentaire des indépendants (RCI) eingezahlt hat. Der Betrag richtet sich nach dem Umsatz im Jahr 2018 und den jeweils gezahlten Rentenbeiträgen.

 

Unklar ist zur Zeit, ob auch diejenigen profitieren, die 2018 aufgrund von ACCRE reduzierte Sozialabgaben gezahlt haben.

 

Update 27/05/2020

Auch die CIPAV, die Rentenkasse für Freiberufler - Profession libéral - hat nun eine Unterstützung für ihre Mitglieder angekündigt. Mitglieder erhalten in Kürze eine Email mit näheren Einzelheiten. 

 

Weitere Informationen hier.

 

Subvention "Prévention Covid"

Kleine Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern können eine Subvention beantragen, um die erforderlichen Hygienemassnahmen umzusetzen.

 

Einzelheiten finden sich auf der Seite der CPAM. 

 

Ein Blogartikel folgt in Kürze.

Fragen zum Thema?

Nutzen Sie mein 
Kontaktformular 

oder 

+33 (0) 6 73 69 20 53

oder

pantelu@orange.fr